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Fettsucht

In Deutschland nimmt Übergewicht bei Frauen und Männern sowie sogar bei Kindern rasant zu. Nicht selten endet dies in einer krankhaften Fettsucht. Mittlerweile sind deutschlandweit jeder Zweite von Übergewicht und über 20 Prozent der Bevölkerung von Adipositas betroffen. Schätzungen zufolge sollen bis 2030 jeder Zweite in den Bereich der Fettsucht eingeteilt werden können. Aber was genau fällt unter Fettsucht und wie ist dem zu entrinnen?

Was ist Fettsucht?

Fettsucht wird in medizinischen Fachkreisen "Adipositas" genannt. Dabei handelt es sich um eine offizielle Erkrankung, die auf extrem starken Übergewicht basiert. Anders als bei Mager- und Esssucht oder Bulimie, zählt Adipositas nicht zu den klassischen Essstörungen. 

Vielmehr beruht die Fettsucht auf einer Ernährungskrankheit. Diese wird in der Regel von einer Stoffwechselerkrankung begleitet.

Eine Adipositas zeigt sich durch starkes Übergewicht, bei dem sich das Körperfett überdurchschnittlich schnell vermehrt.

Mögliche Altersgruppierung

Unter einer Fettsucht können bereits Kinder in jungen Jahren erkranken. Der jüngste Fettsucht-Patient wurde 2017 bekannt. Ein kleiner mexikanischer Junge brachte in einem Alter von elf Monaten 28 Kilogramm auf die Waage.

Derartige Fälle sind selten. Überwiegend steuern Betroffene erst ab einem Alter von 20 Jahren in Richtung Fettsucht. In den meisten Adipositas-Fällen haben die Patienten bereits das 30. Lebensjahr überschritten.

Wie entsteht Fettsucht?

Das Hauptprinzip für Adipositas-Entstehung basiert auf einer höheren Energieaufnahme in Verbindung eines geringeren Energieverbrauchs des Körpers.

Die Ursachen sind in der Regel in folgenden Bereichen zu finden:

In vielen Fällen führt eine Fehlernährung in Kombination mit Bewegungsmangel direkt in die Fettsucht, wenn nicht rechtzeitig Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung ergriffen werden.

Entstehung von Fettsucht

Wenn Du täglich unzählige Kalorien zu Dir nimmst, die Dein Körper nicht verbrennen kann, nimmst Du an Fett und Gewicht zu. Dies beruht auf einer natürlichen Reaktion Deines Körpers.

Das Körpersystem ist seit Bestehen der Menschheit darauf eingestellt, überschüssige Kalorien in Form von Energiequellen wie Fette und Zucker, für "schlechte Zeiten" zu "lagern". Als Lagerstätten dienen die sogenannten Fettdepots.

Hier werden Fette gespeichert, die der Körper aus Deiner Nahrung zieht und nicht sofort zur Energieumwandlung benötigt.

Kalorien verbrennst Du immer schon allein durch Deine Körperfunktionen. Führst Du Deinem Körper aber mehr Kalorien zu, als er dafür benötigt, liegt es an Dir, vor allem durch Bewegung weitere Kalorien zu verbrennen.

Beispiel:

Eine normal gewichtige Frau mit einer Körpergröße von 1.65 Meter und normalem Bewegungsgrad im Alltag, hat einen durchschnittlichen Tagesbedarf von 2.300 Kalorien.

Joggt sie eine Stunde lang, steigt ihr Kalorienbedarf auf durchschnittlich 2.700 Kalorien. Will sie ihr Gewicht halten, wählt sie eine Ernährung, die 2.300 beziehungsweise 2.700 Kalorien nicht überschreitet.

Möchte sie abnehmen, wählt sie eine kalorienärmere Ernährung, damit sie deutlich unter ihren täglichen Kalorienbedarf fällt. Eine Alternative zum Abnehmen wäre auch mehr Bewegung, um den täglichen Kalorienbedarf zu erhöhen.

Bei einer Fettsucht liegt die tägliche Kalorienzufuhr weit über dem persönlichen Kalorienbedarf. Bewegungsmangel hält den Kalorienbedarf zusätzlich auf geringem Niveau. Ernährst Du Dich nun übermäßig mit fett- und zuckerhaltigen Lebensmitteln, ist darin der Grund für eine Fettsucht zu finden.

Stoffwechselstörungen

Stoffwechselstörungen können krankheitsbedingt auftreten oder durch Übergewicht und falsche Ernährung ausgelöst werden. Oft ist es eine Kombination aus allem, was eine Stoffwechselstörung hervorruft.

Vielfach steckt eine erbliche Veranlagerung dahinter, die meist einen trägen Stoffwechsel zur Folge hat. Dementsprechend langsam verläuft der Nahrungsmittelverwertung und/oder die Fettverbrennung.

So können nach einer kalorienreichen Nahrungsaufnahme nicht viele Kalorien verbrannt werden. In der Folge entsteht ein Überschuss und eine Einlagerung in den Fettdepots. Das Gewicht steigt stetig bis in die Fettsucht an.

Adipositas geht immer erst mit steigendem Übergewicht einher. Je mehr Du an Gewicht zunimmst, desto mehr belastest Du Dein Körpersystem. Darunter kann nicht nur der Stoffwechsel leiden, sondern viele weitere Organfunktionen sowie Prozesse.

Dadurch kann der Fettstoffwechsel gehemmt werden. Das Ergebnis ist, Du nimmst immer weiter zu und landest früher oder später in der Fettsucht.

Hat Fettsucht physische Ursachen?

An einer Adipositas sind in der Regel seltener physische Gründe schuld. Vielfach wird behauptet, durch Medikamente oder eine Schilddrüsenunterfunktion sei eine Fettsucht entstanden.

Dies ist nicht korrekt. Normalerweise bildet sich das starke Übergewicht aufgrund genannter physischer Umstände, wieder zurück.

Dazu muss meist nur eine Behandlung eingeleitet beziehungsweise die Medikamente abgesetzt werden. Krankhaftes Adipositas geht nicht ohne Weiteres von allein zurück.

Psychische Gründe für eine Adipositas?

Wenn beispielsweise Stress, Traurigkeit, Depressionen oder unerfüllte Bedürfnisse die Seele belasten, versucht manch einer einen Ausgleich durch übermäßiges Essen zu schaffen.

Im Volksmund ist dies auch als sogenanntes "Frustfressen" bekannt. Hier kann das Gewicht wie bei der Fettsucht, weit nach oben schießen.

Allerdings fällt dies unter die Fresssucht und damit unter die Ernährungsstörung.

Wie erkennt man Fettsucht?

Neben dem sichtbaren starken Übergewicht, ist eine Adipositas auch an verschiedenen Begleitsymptomen zu erkennen. Ebenfalls können unterschiedliche Erkrankungen auftreten, die typisch für eine Fettsucht sind.

Fettsucht Merkmale

  • Taillenumfang: bei Frauen ab 88 Zentimeter - bei Männern ab 102 Zentimeter
  • Übermäßiges Schwitzen auch in Ruhephasen
  • Atemnot - auch im Liegen
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    Herzrasen ohne große Körperbelastung
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    Starke Bewegungseinschränkungen - beispielsweise beim Socken Anziehen
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    Meist stark erhöhtes Cholesterin (Blutfettwert)
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    Diabetes als begleitende Erkrankung

Wie kann man Fettsucht verhindern?

Die wirksamste Vorbeugung gegen Fettsucht ist, eine Gewichtszunahme früh genug zu erkennen und dieser entgegenzuwirken. Dies gelingt nur, wenn die falsche Ernährungsweise auf eine gesunde Ernährung umgestellt wird.

Zusätzlich sollte die Kalorienzufuhr über die Nahrung grundsätzlich dem täglichen Kalorienbedarf (wie zuvor beschrieben) angepasst werden. 

Bewegung ist ein wichtiger Aspekt. Beschäftige Dich aktiv, anstatt vor dem Fernseher oder PC zu sitzen. Dadurch verbrennst Du nicht nur mehr Kalorien, sondern regst auch Deinen Stoffwechsel an.

Ein verständnisvolles Umfeld und soziale Kontakte können ermutigen und motivieren. Vor allem sollte nichts übereilt werden. Setze Dir realistische Ziele.

Eine sinnvolle Diät, wie zum Beispiel die Low-Carb-Diät oder die Almased Diät, können Dich langsam in Richtung Normalgewicht führen. Setze Dich nicht unter Druck, denn das produziert Stress, was wiederum die Fettverbrennung hemmt.

Gönne Dir, was Dir Freude bereitet. Dies regt die Ausschüttung der Glückshormone Serotonin und Melatonin an. Das wirkt sich positiv auf zahlreiche Vorgänge in Deinem Körper aus, die eine beschleunigte Fettverbrennung fördern.

Ab wann tritt Fettsucht ein?

Grundsätzlich wird eine Adipositas über den BMI-Wert ermittelt. Bei dem BMI-Wert handelt es sich um den Body-Mass-Index.

Dieser definiert klar, wann der Übergang von Übergewicht in die Fettsucht erfolgt.
Bei der Adipositas wird in drei verschiedenen Graden unterschieden:

  • 1 Grad  (BMI zwischen 30-34,9)
  • 2 Grad  (BMI zwischen 35-39,9)
  • 3 Grad  (BMI ab 40)

Ob Du an Adipositas leidest oder kurz davor stehst, kannst Du über unseren BMI-Online-Rechner kostenlos selbst ermitteln.

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